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„Unsere Welt dreht sich – in welche Richtung?”

Kinder leiden weltweit unter Armut, Klimawandel und Kommerz

Jugendliche in reichen Ländern haben es laut einem UN-Report besser als Altersgenossen in armen Ländern. Aber auch dort lassen Regierungen die jungen Menschen im Stich. In Ländern wie Deutschland und Österreich lauern die größten Gesundheitsrisiken für Kinder bei Klimawandel und Werbung.

Kinder und Jugendliche in Norwegen, Südkorea und den Niederlanden haben nach einer UN-Studie die besten Chancen auf gutes Gedeihen. Ihre Altersgenossen in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad und in Somalia sind weltweit am schlechtesten dran. Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor, der in der Fachzeitschrift “The Lancet” vorgestellt wird.

Deutschland liegt demnach auf Platz 14, die Schweiz auf Platz 15 und Österreich auf Platz 19 von insgesamt 180 Ländern. Die Rangliste berücksichtigt Faktoren wie Gesundheit, Ernährung und Bildung.

Es gebe aber kein Land der Welt, dass seine Minderjährige nicht in einem Bereich im Stich lasse, sagte der Gesundheitsexperte Anthony Costello, einer der Hauptautoren. Hinter dem Bericht steht eine Kommission mit mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt.


Zukunft von Kindern besonders durch Klimawandel gefährdet


In ärmeren Ländern blieben nach Schätzungen 250 Millionen Kinder wegen Mangelernährung in ihrer Entwicklung so weit zurück, dass sie ihr Potenzial ihr Leben lang nicht ausschöpfen könnten, so die Autoren. Reiche Länder gefährdeten die Zukunft der Kinder weltweit durch ihre hohen klimaschädlichen CO2-Emissionen.

“Wir stimmen mit den Klimaschützern überein”, sagte Costello. “Unsere Welt brennt.”

Wenn es unter Berücksichtigung der Emissionen um Nachhaltigkeit gehe, komme Norwegen nur auf Platz 156, die Niederlande auf Platz 160 und Deutschland auf Platz 161. Wegen ihrer niedrigen Emissionen stehen Burundi, Tschad und Somalia auf den ersten Plätzen – sie schneiden aber auf der Skala des Wohlergehens ihrer Kinder nach Gesundheit, Ernährung und Bildung miserabel ab.

Von den Ländern, in denen es jungen Leuten relativ gut geht (Top 70), schafften es nur neun Länder, ihre Ziele zur Reduktion der Pro-Kopf-Emissionen von CO2 bis 2030 zu erreichen, schreiben die Autoren. Darunter sind Sri Lanka, Moldau und Armenien – keine Industrieländer.


Werbung für Tabak, Alkohol und Fast Food großes Problem



Alle Länder setzten junge Menschen Werbung für gesundheitsschädliche Produkte wie Alkohol, Tabak, überzuckerte Getränke und Fast Food aus, heißt es weiter. In Los Angeles sähen Jugendliche im Durchschnitt vier Alkoholwerbungen am Tag. In China könnten 86 Prozent der Fünf- und Sechsjährigen mindestens eine Zigarettenmarke identifizieren.

Die Werbung für stark zuckerhaltige Getränke und Fast Food sei mitverantwortlich für die alarmierende Ausbreitung von Fettleibigkeit. 1975 seien elf Millionen Minderjährige weltweit fettleibig gewesen, 2016 schon 124 Millionen. Der Bereich der Online-Werbung, die auf Minderjährige ziele, sei völlig unreguliert, monierte Costello. Vereinbarungen mit der Industrie zu Selbstregulierung funktionierten nicht.

“Jede Regierung muss Minderjährige zur Priorität ihrer Entwicklungspläne machen und ihr Wohlergehen über alle anderen Gesichtspunkte stellen”, forderte Unicef-Chefin Henrietta Fore. Unicef schlägt auf der Ebene von Gemeinde bis zur hohen Politik Jugendkomitees vor, und Apps, über die junge Leute äußern können, was sie bewegt und was sie wollen. Schulen müssten Kinder besser ausbilden, damit sie wissen, wie sie Anliegen vortragen können.

Gute Entwicklung, aber “Zeichen stehen auf Rückschritt”



“Es gab zwar in den vergangenen 20 Jahren Verbesserungen bei der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, aber die Entwicklung geht nicht weiter und die Zeichen stehen auf Rückschritt”, sagte die Co-Vorsitzende der Kommission, die frühere neuseeländische Regierungschefin Helen Clark. “Länder müssen sich nicht nur heute um ihre Minderjährigen kümmern, sondern auch sicherstellen, dass sie die Welt schützen, die sie ihren Kinder vererben.”

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Vortrag

Was in der Werbung erlaubt ist und was nicht.

Institut für medizinisches Marketing und Innovation

der PEM – Privatuniversität des Europäischen Managements

Leitung: Prof. Dr. med. Udo Schlot, Bahnhofstrasse 2, 67346 Speyer

Vortag in den Räumen der PEM in Speyer, Mittwoch, den 20.03.2019, Beginn 18.30

Zielgruppe: Medizinstudenten, Ärzte mit Ambitionen zur Niederlassung, Kollegen

Existenzgründung:

Diese Grenzen gelten für Ärzte bei Marketing und Werbung

  1. Arzt schaut ins Ipad

In Marketing zu investieren, kann sich auch für Praxisinhaber lohnen.

Allerdings kann Werbung auch sehr teuer werden, wenn ein juristisches Nachspiel droht.

Zwar sind die Werberegeln nicht mehr so streng wie früher, doch ist Niedergelassenen noch längst nicht alles erlaubt.

Weder anpreisend, irreführend noch vergleichend darf es sein, wenn Ärzte werben wollen.

Jeder Anfang ist schwer. Gerade in der Gründungsphase einer eigenen Praxis werden dem motivierten Arzt nicht selten Steine in den Weg gelegt.

Sind die zulassungs- und berufsrechtlichen Hürden genommen, ist die Finanzierung gesichert und die Praxis eingerichtet, lassen die Patienten eventuell noch auf sich warten.

Da ist auf den ersten Blick die Investition in Werbung ein gutes Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Viele Ärzte nutzen dafür zunehmend das breite Spektrum der Werbemöglichkeiten – von Flyern über Praxis-TV bis hin zu sozialen Medien.

Der Arzt darf nicht alle Werbeformen nutzen

Für gewerbliche Firmen ist Werbung ganz selbstverständlich. Für Ärzte kann Werbung allerdings schnell zur berufsrechtlichen Falle werden.

Die Berufsordnung der Ärzte, das Heilmittelwerbegesetz und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb untersagen diesen nämlich, berufswidrig für sich zu werben – also die ärztliche Leistung anzupreisen. Mit dieser Regel will der Gesetzgeber den Schutz des Patienten gewährleisten und die Kommerzialisierung des Arztberufs verhindern.

Patienten sollen darauf vertrauen können, dass sich ein Arzt nicht von einem möglichen Gewinn leiten lässt und diesen womöglich über das Wohl seiner Patienten und deren Behandlung stellt. Die sachliche und berufsbezogene Information der Patienten ist Ärzten aber gestattet.

Berufswidrige Werbung, die anpreisend, irreführend oder vergleichend ist, ist allerdings klar untersagt. Das Gebot der Sachlichkeit fordert inhaltlich zutreffende und allgemeinverständliche Informationen, wobei Ärzte jedoch nicht auf die reine Mitteilung nüchterner Fakten beschränkt sind.

Sofern die Werbung angemessen eingesetzt wird, um Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken, ist sie auch erlaubt. Sie ist nur dann unangemessen und folglich nicht mehr erlaubt, wenn die Darstellung übertrieben ist, aufdrängend oder gar belästigend wirkt.

Das ist beispielsweise bei anpreisender Werbung der Fall. Werbung in Gestalt von Werbeanrufen oder Werbe-E-Mails durchzuführen, ist Ärzten generell verboten, wenn keine ausdrückliche Einwilligung des Patienten vorliegt.

Anpreisende Werbung

„Image- und Sympathiewerbung durch Ärzte ist grundsätzlich zulässig und nicht von vornherein anpreisend. Sie darf nur nicht die Grenze der Angemessenheit ärztlicher Informationen und Werbung überschreiten“

Werbung gilt dann als anpreisend, wenn sie mit reißerischen und marktschreierischen Mitteln – sprachlich oder optisch – verbreitet wird, die den eigentlichen sachlichen Informationsgehalt überdeckt.

Dazu zählen Übertreibungen oder die Verwendung von Superlativen mit dem Ziel, die eigene Leistung besonders wirkungsvoll herauszustellen und den Patienten suggestiv zu beeinflussen.

Laut Rechtsprechung sind als anpreisend beispielsweise zu bewerten:

Aussagen, die das ärztliche Leistungsangebot als „Deal“ oder „die Beste“ beschreiben, oder die optische Hervorhebung des Preises für eine Behandlung.

„Vorsichtig sollten Ärzte auch bei Lockvogelangeboten sein, indem sie mit Rabattgutscheinen Patienten in die Praxis locken wollen. Von der Betonung einer Preisersparnis und Aufforderungen wie ,jetzt kaufen‘ ist unbedingt abzusehen“

Vergleichende und irreführende Werbung

Irreführende Werbung oder vergleichende Werbung, die auf die persönlichen Eigenschaften und angebotenen Leistungen ärztlicher Kollegen erkennbar Bezug nimmt, ist nicht erlaubt. Das zeigt eine Reihe von Entscheidungen der Gerichte.

So wurde beispielsweise als irreführend angesehen, dass ein Facharzt für Allgemeinmedizin mit der Bezeichnung „Männerarzt“ geworben hat, ohne auf diesem Gebiet über eine Qualifikation zu verfügen, die einer Facharztweiterbildung entspricht.
Irreführend ist auch, wenn der Arzt einer Praxis mit dem Begriff Klinik, Institut oder Zentrum wirbt, tatsächlich aber gar nicht über eine entsprechende Einrichtung verfügt.

Vorsicht ist geboten, wenn ein Arzt für bestimmte Medikamente oder Behandlungsmethoden Werbung macht, deren therapeutische Wirksamkeit noch nicht erwiesen ist. So wurde etwa die Werbung eines Augenarztes für „Augenakupunktur“ und „Sauerstofftherapie“ mit der Aussicht auf Heilung oder Linderung von Augenkrankheiten als irreführend beurteilt, da keine wissenschaftlichen Nachweise erbracht wurden.

„Die Sanktionen infolge eines Verstoßes gegen das Verbot irreführender Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz sowie dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb können empfindlich ausfallen. Es droht möglicherweise nicht nur eine Geldstrafe, sondern sogar eine Freiheitsstrafe“

Checkliste

Trotz des gelockerten Werbeverbots sollten Sie Ihre Werbemaßnahmen vorsichtig planen. Fragen Sie im Zweifelsfall eine Fachfrau oder einen Fachmann.

Das ist erlaubt

  • Hinweise auf Ortstafeln
  • Wiedereinbestellung in die Praxis auf Wunsch des Patienten
  • Printanzeigen
  • Fahrzeugwerbung
  • Tag der offenen Tür
  • Geburtstagsglückwünsche an Patienten
  • Hinweis auf Zertifizierung der Praxis
  • Ein nicht aufdringliches Praxislogo
  • Werbegeschenke, Give-aways
  • Sachliche Informationen in den Medien (zum Beispiel im Internet)

Das ist verboten

  • Verbreiten von Flugblättern
  • Unaufgeforderte Wiedereinbestellung des Patienten ohne medizinische Indikation
  • Plakatieren, zum Beispiel in Supermärkten
  • Angabe von Referenzen
  • Postwurfsendungen
  • Trikotwerbung, Bandenwerbung
  • Werbeanrufe
  • Werbe-E-Mails
  • Billigpreis- oder Rabattangebote

Autor: Benedikt Brandenbusch, Rechtsanwalt und Steuerberater bei Ecovis in München

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Vortrag

Antikorruptionsgesetz

Institut für medizinisches Marketing und Innovation

Der PEM – Privatuniversität des Europäischen Managements

Leitung: Prof. Dr. Udo Schlot, Bahnhofstrasse 2, 67346 Speyer

Vortrag am Mittwoch, dem 17.10.2018 in den Räumen des Institutes, Beginn 18.00

Interessant für junge Ärzte zu Berufsbeginn, sowie interessierte Ärzte allgemein

Antikorruptionsgesetz:

So können Ärzte Strafverfolgung vermeiden

  1.  
  2.  
  3. Geschäftsmann im Gefängnis

Bei vielen Heilberuflern herrscht noch immer große Unsicherheit was das Antikorruptionsgesetz für das Gesundheitswesen anbetrifft.

Denn was früher noch in Ordnung war, kann laut der neuen Regelung jetzt strafbar sein.

Das Medizinstrafrecht stand im Jahr 2016 im Zeichen des neuen Gesetzes zur Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen, dem sogenannten Antikorruptionsgesetz.

Seit seiner Einführung stehen Bestechlichkeit und die Bestechung im Gesundheitswesen per Gesetz unter Strafe – mit weitreichenden Folgen für Ärzte.

Allerdings ist die Einhaltung der neuen Regeln für Mediziner, Apotheker und Unternehmen oft gar nicht so einfach. Wie aktuelle Umfragen zeigen, sind die Details der neuen Regelungen vielen Ärzten noch immer nicht bekannt. Oder es herrscht große Unsicherheit darüber, was denn noch erlaubt und ist was nicht.

Dieser Vortrag soll für mehr Klarheit sorgen.

Antikorruptionsgesetz bestraft unangemessene Vorteile

Im Antikorruptionsgesetz wird grundsätzlich sanktioniert, wer als Angehöriger eines Heilberufs für sich oder einen Dritten einen Vorteil als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt

oder annimmt, dass er bei der Verordnung von Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln

oder von Medizinprodukten, bei dem Bezug von Arznei- oder Hilfsmitteln

oder von Medizinprodukten oder bei der Zuführung von Patienten oder Untersuchungsmaterial einen anderen

im nationalem oder internationalem Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzugt.

So die Essentials des Gesetzes. Kritische Kooperationen sind natürlich zum Wohle der Patienten zu vermeiden, doch die Bekämpfung der Korruption treibt dabei teilweise richtig skurrile Blüten.

Geschäftspartner unter Generalverdacht

So stehen Geschäftspartner bzw. alte Kooperationsverträge mit dem neuen Antikorruptionsgesetz unter Generalverdacht, wie Kritiker bemängeln. Damit wirken sich die in das Strafgesetzbuch neu eingefügten § 299a und § 299b direkt auf das Tagesgeschäft der niedergelassenen Ärzte aus.

So sind Kooperationen von z.B. Hausärzten mit Fachärzten oder Kliniken verboten, wenn der Vertragsarzt für die  Zuweisung der Patienten finanzielle Vorteile/einen Bonus bekommt.

Das wird als Bestechung gewertet und beide Geschäftspartner werden strafrechtlich verfolgt. Kooperationen jeglicher Art sollten deshalb immer von einem Anwalt geprüft werden.

Antikorruption als Schwerpunkt der Ermittlungen

Eigentlich sollte durch das neue Strafgesetz nicht mehr verboten werden, als bislang im Gesundheitswesen auch schon berufsrechtlich verboten war.

Wesentlich verschärft haben sich dabei jedoch die Geld- oder Freiheitsstrafen und die möglichen Sanktionen für Heilberufler.

Zudem sind durch das neue Gesetz entsprechende Praktiken deutlich stärker in den Fokus der Behörden gerückt. Neuerdings eingesetzte professionelle Ermittler von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft erhöhen erheblich die Wahrscheinlichkeit der Aufdeckung von unlauteren Bevorzugungen und damit von Unrechtsvereinbarungen.

Politik hat Anforderungen im Gesundheitswesen nicht bedacht

Aber was genau erfüllt denn jetzt für Praxisinhaber den Tatbestand der Korruption?

In der täglichen Praxis wird es maßgeblich darauf ankommen, ob eine Unrechtsvereinbarung geschlossen wurde, bei der sich der Arzt einen unangemessenen Vorteil verschafft hat.

Als wichtiges Kriterium zur Bestimmung eines korrupten Vorgangs wird die Angemessenheit der ärztlichen Vergütung herangezogen. Diese liegt vor, wenn durch das ärztliche Honorar ausschließlich die ärztliche Leistung vergütet wird.

Strafbewehrt ist dagegen, wenn Ärzte zum Beispiel für Patientenzuweisungen zusätzlich „belohnt“ werden.

Dem Gesetz fehlt es noch an klaren Konturen

Klare Konturen zur Bestimmung einer Angemessenheit konnten insbesondere angesichts fehlender rechtskräftig abgeschlossener Strafverfahren zu dem Gesetz noch nicht herausgebildet werden.

Als besonders anspruchsvoll wird sich diese Aufgabe im Bereich der medizinischen Kooperationen im Gesundheitswesen darstellen.

Einerseits ist gewünscht, dass durch eine stärkere Vernetzung der verschiedenen Fachdisziplinen die Qualität der Patientenversorgung im Land gesteigert wird.

Andererseits wird das Zuweisungsverhalten des freiberuflichen Honorarkooperationsarztes oder des in Teilanstellung tätigen Operateurs, die ihre Patienten jeweils „ihrer“ Klinik zuweisen, sehr kritisch betrachtet und gegebenenfalls im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens genau untersucht werden.

Bereits die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens kann aber erhebliche finanzielle und persönliche Belastungen für Heilberufler mit sich bringen.

Umso wichtiger ist es daher, das Strafverfolgungsrisiko durch Präventivmaßnahmen zu reduzieren und dafür zu sorgen, das sich auch die Mitarbeiter an die Regeln halten.

Keine Maßnahmen zu ergreifen und einfach abzuwarten, wenn der Vorwurf der Korruption erhoben wurde, kann sich ebenfalls als fataler Fehler erweisen.

Künftig auf mehr Transparenz achten

Eine transparente vertragliche Gestaltung der ärztlichen Vergütung ist zum Beispiel ein erster Schritt. Wesentlich ist, dass die Vergütung im Einzelfall auf ihre Angemessenheit

überprüft wird. Bei einem zuweisenden Operateur sollte auch berücksichtigt werden, ob dem Arzt über die Abrechnungsmöglichkeiten von ärztlichen Wahlleistungen weitere Einnahmequellen eröffnet worden sind.

Wenn der Vorwurf der Bestechung laut wird

Ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, kann der Heilberufler auch von Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen betroffen sein, und zwar sowohl als Beschuldigter als auch als Unverdächtiger.

Eine Durchsuchung der Arztpraxis kann grundsätzlich nicht verhindert werden. Umso wichtiger ist daher der sachgerechte Umgang mit diesen Maßnahmen. Um den Geschäftsablauf so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, sollten die Polizisten und Staatsanwälte gebeten werden, in Räumlichkeiten zu gehen, die dem allgemeinen Patientenverkehr nicht zugänglich sind.

Danach ist dringend zu empfehlen, einen Strafrechtler zu konsultieren und keine Angaben zur Sache bis zu seinem Eintreffen zu machen. Die Durchsuchungsmaßnahme stellt für Praxisinhaber regelmäßig eine Ausnahmesituation dar.

Als Beschuldigter wird er den Sachverhalt nicht durch Spontanäußerungen aufklären können. Als Unverdächtiger kennt er die Hintergründe des Verfahrens nicht und kann daher nicht abschätzen, ob er sich im Falle einer Aussage selbst belasten würde.

Aus einer anfänglichen Zeugenstellung kann sich schnell eine Beschuldigtenstellung entwickeln. Auch das Praxispersonal sollte sich daher bei konkreten Fragen der Ermittler eines Strafverteidigers bedienen.

Um „Zufallsfunde“ durch die Beamten zu vermeiden und um den Praxisbetrieb aufrecht zu halten, empfiehlt es sich, die im Durchsuchungsbeschluss aufgeführten Unterlagen herauszusuchen. So kann möglicherweise eine großangelegte Durchsuchung noch abgewendet werden.

Doch Vorsicht:

Üblicherweise entbinden die Patienten den Arzt nicht von der Schweigepflicht.

Eine freiwillige Herausgabe kann daher eine eigene Straftat begründen.

Auch um Verfahrensfehler der Ermittler nach Abschluss der Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahme rechtlich geltend machen zu können, sollte also unbedingt die „unfreiwillige Herausgabe“, das heißt die Beschlagnahme der Unterlagen protokolliert werden.

Die beste Taktik bei einer polizeilichen Praxisdurchsuchung

Erfahrungsgemäß wird eine Untersuchung von Ermittlungsbeamten häufig auch dazu genutzt, um mit scheinbar belanglosen Gesprächen und Fragen an wertvolle Informationen zu kommen.

Um eine Praxisdurchsuchung möglichst glimpflich über die Bühne zu bringen, empfehlen sich im Ernstfall folgende Verhaltenstipps:

  • Machen Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch und sagen nichts zur Sache, bis Ihr Strafverteidiger da ist.
  • Stellen Sie die gesuchten Beweismittel zusammen. So können Sie vielleicht eine Durchsuchung Ihrer gesamten Praxis verhindern – bei der möglicherweise noch belastende Zufallsfunde entdeckt werden.
  • Wichtig: Lassen Sie sich deren „unfreiwillige Herausgabe“ schriftlich protokollieren. Ansonsten laufen Sie Gefahr, sich wegen Verletzung von Privatgeheimnissen selbst strafbar zu machen.
  • Verlangen Sie nach der Durchsuchung ein Verzeichnis der beschlagnahmten Beweise.
  • Auch die Praxismitarbeiter sollten zur Sache keine Angaben machen.
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Vortrag

Marketing und Innovation

INSTITUT FÜR MEDIZINISCHES MARKETING UND INNOVATION AN DER PRIVATUNIVERSITÄT FÜR DAS EUROPÄISCHE MANAGEMENT, PEM

Ärztlicher Direktor, medizinische Leitung: Prof. Dr. med. Udo Schlot

Ein Institut für Fortschritt und Lehre

Die moderne Medizin lebt von Forschung und Entwicklung: Nur der kontinuierliche Austausch von Wissen und eine konstante Weiterentwicklung ermöglichen es, immer wieder neue Erkenntnisse zu erlangen und medizinische Behandlungsmethoden zu verfeinern und auszubauen.

Um diesen innovativen Ansprüchen gerecht werden zu können, hat Prof. Dr. Udo Schlot nun als Universitätsprofessor der medizinischen Fakultät der Privatuniversität für das europäische Management (PEM) ein eigenes Innovations- und Forschungsinstitut gegründet – und sich damit auch selbst der Herausforderung der Lehre und Forschung gestellt. Das Institut stellt sich folgende Hauptaufgaben:

  • Wissenschaftliche Kooperationen mit jungen Kollegen aus Praxis und Klinik
  • Konzeption und Umsetzung gemeinsamer Studien mit Universitäten und Krankenhäusern
  • Aufbau eines Netzwerkes im Bereich des medizinischen Marketings, dem durch die aktive Nutzung der neuen Medien eine besondere Positionierung ermöglicht werden soll. Ziel soll es sein, sowohl jungen Kollegen als auch bereits etablierten Fachärzten den Weg zu ebnen, die neuen Herausforderungen und Entwicklungen der Medizin zu meistern.
  • Durchführung spezifischer Schulungen und Fortbildungsseminare, um die individuellen Fähigkeiten zu vertiefen und/oder weiter zu schulen. Diese Seminare werden sowohl als Onlinekurse als auch als Präsenzkurse angeboten und unter CMEGesichtspunkten gestaltet; das heißt, die Erlangung notwendiger Punkte zur Weiterbildung wird möglich sein.
  • Ein letzter wichtiger Fokus des Instituts liegt auf der fachlichen Aus- und Weiterbildung der Medizinstudenten sowie des medizinischen Fachpersonals.

Aktuelle Projekte

Die ersten Projekte des PEM konnten bereits erfolgreich begonnen werden:

Das Ziel der ersten wissenschaftlichen Erhebung ist die signifikante Verbesserung der Akzeptanz notwendiger harnableitender Systeme. Hierzu gehört zwingend auch die ästhetische Komponente, da die Nutzung von Urinbeuteln oft mit Schamgefühlen beim Patienten einhergeht. Eine mögliche Lösung sehen wir im “Verstecken” der Beutel durch den Einsatz speziell angefertigter und modisch gestalteter Urinbeuteltaschen (PDF Studie).

Ein zweites Projekt befindet sich derzeit bereits in der intensiven Konzeptionsphase: Es wird ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm für ausländisches Pflegepersonal im Segment der Altenpflege geben, um den massiven Mangel an Pflegekräften durch zusätzliches Personal aus dem europäischen Ausland abzupuffern. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit einem Altenpflegeheim des DRK durchgeführt. Weitere Projekte sind die Förderung und Ausbildung von Studenten der Medizin insgesamt sowie mögliche, zukünftige Studenten. Ebenso soll der Kontakt zu niedergelassenen Kollegen und Medizinern in Krankenhäusern intensiviert werden, unter anderem durch regelmässige Vorträge in der Praxis in Speyer.